Was kostet Büroreinigung wirklich, wenn man die Hochglanz-Angebote beiseitelässt und ehrlich rechnet? Wer danach sucht, findet schnell Zahlen zwischen 80 Cent und über drei Euro pro Quadratmeter, und Stundensätze, die vom Minijob bis zur Vierzig-Euro-Marke reichen. Beide Spannen stimmen, sie meinen nur unterschiedliche Dinge. Dieser Artikel sortiert die realen Marktpreise, erklärt den einen Wert, der wirklich belastbar ist, und zeigt, woran du einen unseriösen Dumpingpreis erkennst.
Eine ehrliche Vorbemerkung gleich zu Beginn: Eine amtliche Preisstatistik für Reinigungsleistungen gibt es nicht. Das Statistische Bundesamt und die Innungen veröffentlichen Tariflöhne, aber keine Endkundenpreise. Alle Quadratmeter- und Stundenpreise hier sind deshalb Marktorientierung aus Anbieter- und Vergleichsdaten, keine geprüfte Statistik. Hart belegt ist nur eine einzige Zahl, der Tariflohn, und an ihr hängt am Ende der ganze Rest.
Der Artikel hat zwei Leser im Blick: den Auftraggeber, der ein faires Angebot von einem Dumpingpreis unterscheiden will, und den Reinigungsbetrieb, der seine eigenen Preise sauber kalkulieren und gegenüber Kunden begründen muss. Die Zahlen sind für beide dieselben, nur die Schlussfolgerung am Ende ist eine andere.
Inhalt
- Was kostet Büroreinigung pro Quadratmeter?
- Der Stundensatz einer Reinigungsfirma für Büroreinigung
- Warum die Firma doppelt so viel kostet wie die Minijob-Kraft
- Der Tariflohn 2026 als Preisuntergrenze
- Was den Preis nach oben und unten treibt
- Grundreinigung und Sonderleistungen
- Häufige Fragen
Was kostet Büroreinigung pro Quadratmeter?
Beim Quadratmeterpreis werden zwei Bezugsgrößen ständig verwechselt, und genau daraus entstehen die wilden Spannen im Netz. Pro einzelnem Reinigungseinsatz liegen die Marktwerte für die Unterhaltsreinigung in normalen Büros bei etwa 0,20 bis 0,80 Euro pro Quadratmeter, bei kleinen oder selten gereinigten Flächen mit Mindestpauschale auch darüber. Auf den Monat hochgerechnet, je nach Region und Frequenz, landen viele Büros bei rund 1,50 bis 3,50 Euro pro Quadratmeter und Monat, bei täglicher Reinigung entsprechend mehr. Beide Zahlen stehen online oft nebeneinander, ohne dass dazugesagt wird, welche gemeint ist.
Wo ein Angebot innerhalb dieser Spanne liegt, hängt vor allem an einem Faktor, der die meisten überrascht: der Reinigungsfrequenz. Pro Einsatz gilt grob:
| Frequenz | Preis pro qm und Einsatz |
|---|---|
| Täglich (5× pro Woche) | 0,20 bis 0,55 € |
| 1 bis 2× pro Woche | 0,30 bis 0,80 € |
Das wirkt zunächst paradox. Wer öfter reinigen lässt, zahlt pro Einsatz weniger. Der Grund ist einfach: Ein Büro, das täglich gepflegt wird, ist nie stark verschmutzt, die Kraft kommt schneller durch. Wird nur einmal pro Woche gereinigt, hat sich mehr angesammelt, jeder Einsatz dauert länger und kostet pro Quadratmeter mehr. Aufs Monatsbudget gerechnet bleibt tägliche Reinigung trotzdem teurer, nur eben günstiger je Einsatz.
Die oberen Werte dieser Tabelle gelten für kleine oder selten gereinigte Büros, bei denen eine Mindestpauschale den Quadratmeterpreis hochzieht. Bei großen Objekten landet man am unteren Rand oder darunter, weil sich Anfahrt und Rüstzeit auf mehr Fläche verteilen. Ein Beispiel macht das konkret: Nimm ein Büro mit 200 Quadratmetern, zweimal pro Woche gereinigt. Eine Reinigungskraft schafft so eine Fläche bei normaler Unterhaltsreinigung in gut zwei Stunden, je nach Möblierung liegt die Leistung grob zwischen 80 und 150 Quadratmetern pro Stunde. Bei einem Firmen-Stundensatz von 30 Euro sind das rund 60 Euro pro Einsatz, im Monat bei etwa neun Einsätzen also rund 540 Euro netto. Das entspricht grob 2,70 Euro pro Quadratmeter und Monat und liegt mit etwa 0,30 Euro je Einsatz am unteren Rand der Tabelle, genau dort, wo ein größeres Objekt landen sollte.
Der Stundensatz einer Reinigungsfirma für Büroreinigung
Viele Reinigungsfirmen rechnen gar nicht pro Quadratmeter ab, sondern pro Stunde, besonders bei kleineren oder unregelmäßigen Aufträgen. Hier sieht der Markt 2026 so aus:
- Professionelle Reinigungsfirma, gewerbliche Büroreinigung: rund 25 bis 35 Euro pro Stunde, in Ballungsräumen bis 45 Euro.
- Private Putzkraft oder Minijob: etwa 14 bis 17 Euro pro Stunde, also ungefähr die Hälfte.
Diese Lücke ist kein Aufschlag aus Willkür. Sie erklärt sich vollständig aus dem, was im Firmen-Stundensatz steckt und beim Minijob fehlt.
Warum die Firma doppelt so viel kostet wie die Minijob-Kraft
Hier liegt der Punkt, den die meisten Preis-Ratgeber auslassen. Der Stundensatz einer seriösen Firma ist kein Wunschpreis, sondern eine Rechnung, die beim Tariflohn beginnt. Aus dem reinen Lohn von rund 15 Euro pro Stunde wird über mehrere Faktoren der marktübliche Verrechnungssatz:
- Lohnnebenkosten: rund 21 Prozent Arbeitgeber-Sozialabgaben auf den Lohn, für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
- Produktive Stunden: Urlaub, Krankheit und unproduktive Rüstzeiten bezahlt der Betrieb mit, abrechnen kann er sie nicht. Verkauft wird am Ende nur ein Teil der bezahlten Arbeitszeit.
- Material und Maschinen: Reinigungsmittel, Tücher, Verbrauchsmaterial, dazu Abschreibung und Wartung der Geräte.
- Verwaltung und Versicherung: Disposition, Buchhaltung, Betriebshaftpflicht, Schlüsselmanagement.
- Wagnis und Gewinn: ein Puffer plus eine Marge von meist 10 bis 15 Prozent auf die Selbstkosten.
So wird aus etwa 15 Euro Tariflohn ein Verrechnungssatz von 25 bis 45 Euro netto. Eine Minijob-Kraft kostet dich nur den ausgezahlten Lohn, der Rest entfällt. Dafür trägst du als Auftraggeber selbst das Risiko, von der Versicherung über die Vertretung bei Krankheit bis zur korrekten Anmeldung.
Wenn du als Reinigungsbetrieb deinen eigenen Verrechnungssatz sauber herleiten willst, hilft dir unser Stundenverrechnungssatz-Rechner, der genau diese Aufschläge transparent durchrechnet.
Der Tariflohn 2026 als Preisuntergrenze
Das ist die eine Zahl, die nicht aus Marketing stammt, sondern verbindlich gilt. Seit dem 1. Januar 2026 betragen die Branchenmindestlöhne im Gebäudereiniger-Handwerk:
| Lohngruppe | Tätigkeit | Mindestlohn |
|---|---|---|
| LG 1 | Innen- und Unterhaltsreinigung | 15,00 € pro Stunde |
| LG 6 | Glas- und Fassadenreinigung | 18,40 € pro Stunde |
Diese Löhne sind bundeseinheitlich und allgemeinverbindlich. Sie gelten für jeden Betrieb der Branche, ob er einem Verband angehört oder nicht, abgesichert durch eine Rechtsverordnung und überwacht von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls. Die Höhe ist über die Sozialpartner und die Fachpresse einheitlich dokumentiert, etwa beim Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks und in der Deutschen Handwerks Zeitung. Diese Werte gelten bis zum 31. Dezember 2026, danach handeln die Tarifparteien einen neuen Lohntarif aus.
Daraus folgt ein praktischer Prüfwert: Ein Verrechnungssatz, der deutlich unter etwa 23 bis 25 Euro pro Stunde liegt, lässt sich mit 15 Euro Tariflohn plus Abgaben kaum legal darstellen. Solche Preise sind ein Warnsignal. Es lohnt sich, hier genauer hinzusehen, denn bei Unterschreitung des Mindestlohns kann auch der Auftraggeber in die Haftung geraten. Wie weit diese Haftung im Einzelfall reicht, gehört in die Hand eines Anwalts, der Preis-Check vorab schützt dich aber vor den offensichtlichen Fällen.
Für dich als Betrieb ist das die nützlichste Stelle des Artikels: Dein Preis wird verteidigbar, sobald du ihn an den Tariflohn knüpfst. Wer 30 Euro aufruft und zeigt, dass darunter legal kaum etwas geht, wirkt nicht teuer, sondern seriös.
Was den Preis nach oben und unten treibt
Innerhalb der genannten Spannen entscheiden ein paar konkrete Faktoren, wo dein Angebot landet.
Nach oben treiben den Preis vor allem:
- Hoher Sanitäranteil: Sanitärflächen kosten ein Vielfaches der reinen Bürofläche, nach Branchenkalkulatoren 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter.
- Schwer zugängliche Flächen: Fenster ab dem dritten Obergeschoss mit Hebebühne oder Seiltechnik können den Aufwand verdoppeln.
- Rand- und Sonderzeiten: Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit bringt Zuschläge von rund 20 bis 50 Prozent.
- Großstadt: In München, Frankfurt oder Hamburg liegen die Preise nach Branchenangaben 20 bis 40 Prozent über dem Bundesschnitt. Treiber sind höhere Betriebskosten und effektive Löhne, nicht der Mindestlohn, der bundesweit gleich ist.
- Einmalauftrag statt Regelvertrag: oft 10 bis 20 Prozent Aufschlag.
Nach unten wirken:
- Fläche und Skaleneffekt: Je größer das Objekt, desto stärker verteilen sich Anfahrt, Rüstzeit und Fixkosten. Das Rechenbeispiel oben zeigt den Effekt konkret.
- Höhere Frequenz: siehe das Frequenz-Paradox oben.
- Mehrjahres- oder Pauschalvertrag: Planungssicherheit wird häufig mit 10 bis 20 Prozent Rabatt je Einsatz honoriert.
Grundreinigung und Sonderleistungen
Die laufende Unterhaltsreinigung ist nur ein Teil. Wer einmalig gründlich oder spezialisiert reinigen lässt, rechnet anders:
- Grundreinigung, die intensive Komplettreinigung: etwa 3 bis 7 Euro pro Quadratmeter.
- Glas- und Fensterreinigung gewerblich: rund 2 bis 5 Euro pro Quadratmeter Glasfläche, mit Mengenrabatt, einzeln auch pro Fenster abgerechnet.
- Bauschluss- und Bauendreinigung: je nach Verschmutzungsgrad gestaffelt von etwa 4 bis 9 Euro pro Quadratmeter.
Betreibst du selbst eine Reinigungsfirma? Dann ist genau diese Transparenz dein stärkstes Argument. Ein Kunde, der versteht, warum dein Stundensatz bei 30 Euro liegt und nicht bei 18, vergleicht dich nicht mehr mit dem Dumping-Anbieter, sondern sieht den Unterschied. Wer seine Kalkulation, die Tariflohn-Treue und echte Referenzen offen auf der eigenen Website zeigt, ist im Rennen, bevor das erste Telefonat läuft.
Wie eine Reinigungsfirma diese Eignung online belegt, haben wir am Beispiel der Ausschreibung in der Gebäudereinigung beschrieben. Wie die passende Website dafür aussieht, zeigt unsere Seite zum Webdesign für lokale Betriebe.
Häufige Fragen
Was kostet Büroreinigung pro Quadratmeter?
Pro einzelnem Reinigungseinsatz liegen die Marktwerte in normalen Büros bei etwa 0,20 bis 0,80 Euro pro Quadratmeter, auf den Monat gerechnet bei rund 1,50 bis 3,50 Euro. Kleine Büros mit Mindestpauschale liegen je Einsatz darüber, große Objekte durch den Skaleneffekt darunter.
Was kostet eine Reinigungsfirma pro Stunde?
Eine professionelle Firma berechnet für Büroreinigung rund 25 bis 35 Euro pro Stunde, in Großstädten bis 45 Euro. Eine private Minijob-Kraft kostet etwa 14 bis 17 Euro, trägt dafür aber weder Versicherung noch Vertretung.
Wie hoch ist der Mindestlohn in der Gebäudereinigung 2026?
Seit dem 1. Januar 2026 gelten 15,00 Euro pro Stunde in der Unterhaltsreinigung (Lohngruppe 1) und 18,40 Euro in der Glas- und Fassadenreinigung (Lohngruppe 6), bundeseinheitlich und allgemeinverbindlich.
Woran erkenne ich einen unseriösen Dumpingpreis?
Verrechnungssätze deutlich unter etwa 23 bis 25 Euro pro Stunde sind mit Tariflohn und Sozialabgaben kaum legal kalkulierbar. Bei Unterschreitung des Mindestlohns können auch Auftraggeber haften, ein auffällig niedriger Preis ist daher ein Grund, genauer hinzusehen.
Wird Büroreinigung in der Großstadt teurer?
Ja, in München, Frankfurt und Hamburg liegen die Preise nach Branchenangaben 20 bis 40 Prozent über dem Bundesschnitt. Das liegt an höheren Betriebskosten und effektiven Löhnen, nicht am Mindestlohn, der bundesweit identisch ist.